Podo-Orthesiologie

Für Erwachsene, Kinder & Säuglinge

Hier erfahren Sie Wissenswertes zu unseren Therapieangeboten und den Therapeuten.

 Ray S. Brown

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podo1.gifWenn die Füße ihre Stabilität verlieren, verliert der gesamte Körper seinen Halt!

Dieses Phänomen ist vergleichbar mit der Statik eines Hauses: Stimmt die Statik im Keller nicht, entstehen Risse im Dach – nicht als erstes im Keller selbst! So ist es auch mit dem menschlichen Körper: Wenn die Füße ihre Stabilität verlieren, entstehen Probleme an der Wirbelsäule. Die Beschwerden dehnen sich langsam über den Rücken bis zur Halswirbelsäule aus. Lesen Sie näheres dazu in dem Artikel: "Die Bedeutung der Fußfehlstellung" Für den sehr verbreiteten Beckenschiefstand gibt es eine Menge Therapieformen. In der Regel werden Verspannungen und Blockaden mithilfe der Therapien gelöst. Wird aber die Ursache nicht behoben, kommen die Beschwerden in der Regel innerhalb kürzester Zeit zurück. Hier setzt die Podo-Orthesiologie an.

 

Fachartikel Podo-Orthesiologie

Die Bedeutung der Fußfehlstellung

Immer wieder lesen und hören wir, dass Leistungssportler wegen verschleppender Verletzungen des Bewegungssystems mit ihren sportlichen Tätigkeiten aussetzen oder aufhören müssen. Entstehen diese Verletzungen wirklich immer durch Überbelastung, oder liegt hier eine tiefere Ursache zugrunde? Ist die Überbelastung nur ein Auslöser dieser Verletzung?

Störungen der Statik steigern die Verletzungshäufigkeit

In unserer Praxis sehen wir täglich viele Patienten mit chronischen Problemen des Bewegungssystems. Oft sind es Rückenschmerzen oder Probleme der unteren Extremitäten. Auslöser ist meist eine Fehlbelastung oder Fehlbewegung, wie sie im Sport sehr schnell und häufig vorkommt. Ursache ist oft eine statische Störung, z.B. ein abgeflachter Fuß durch Überbelastung. Die Fehlstellungen können lange Zeit vom Körper kompensiert werden, diese Kompensation kostet aber Kraft. Tritt jetzt eine kleine Verletzung auf, so ist die Belastbarkeitsgrenze überschritten. Der Sportler bekommt Schmerzen, die behandelt werden müssen. Die Ruheperiode wird aber so kurz wie möglich gehalten, damit der Trainingsrückstand minimal bleibt und der Wettkampfrhythmus so kurz wie möglich unterbrochen wird. Im Grunde ist die Ruheperiode eigentlich zu kurz und der nachfolgende Trainingsaufbau zu schnell.

Die Behandlungder muskulären Dysbalance bringt nur vorübergehend Erfolg

Klinische Funktionsuntersuchungen ergeben in der Regel asymmetrische Muskelverspannungen, Bewegungseinschränkungen und sehr oft eine Beckenverwringung. Chiropraktik/Osteopathie und sonstige manuelle Behandlungen des Bewegungssystems, eventuell in Kombination mit Neuraltherapie und weitere Behandlungen bringen für einige Zeit Erleichterung. Die Grundursache wird hiermit aber nicht behoben.

Ursache der Beschwerden ist oft asymmetrische Fußstellung

Weitere spezifische Untersuchungen weisen häufig auf eine asymmetrische Fußstellung (statische Belastung) und eine asymmetrische Belastung in der Bewegung (dynamische Belastung) hin. Eine Fußfehlstellung verursacht eine Fehl- stellung des Beines und der Wirbelsäule.

Die Fußfehlstellung beeinflusst die Wirbelsäule

Beim Plattfuß z.B. wird durch das Abflachen des Fußes das Bein kürzer und der Fuß etwas länger (bis zum halben Schuhmaß). Es sind zwar nur einige Millimeter, aber diese verursachen schon eine Fehlstellung im Becken und in der Wirbelsäule. Hier liegt der Grund einer erhöhten Basisbelastung. Desweiteren kippt beim Abflachen des Fußes der Kalkaneus nach vorne und nimmt den Talus mit. Dadurch, dass sich der Talus mit dem Kalkaneus bewegt, dreht er gleichzeitig nach innen und die Stabilität im Sprunggelenk lässt nach. Dies bedeutet eine erhöhte Verletzungsgefahr. Der Unterschenkel folgt der Talusrotation nach innen und es findet jetzt eine Verdrehung im Kniegelenk statt. Durch dauernd erhöhte Belastung beim Wettkampf und beim Training ent stehen schleichende Verletzungen um das Kniegelenk und/oder an der Beinmuskulatur. Die erhöhte Spannung im Knie, durch die Verdrehung, zieht den Oberschenkel mit in die Innenrotation, der Hüftkopf dreht nachdorsal. Die Oberschenkelmuskulatur bekommt eine andere Spannungsverteilung, auch hier entsteht eine erhöhte Verletzungsgefahr. (Der. M. rectus. fem. kann die Streckung nicht mehr, oder nur noch mit erhöhter Kraftanspannung, aufrechterhalten.) Der nach hinten gedrehte Hüftkopf kippt den Beckenkamm nach vorne und erhöht die Spannung im Iliosakralgelenk mit Schmerzen, die in den Ischiasbereich ausstrahlen können (Ilium-Anterior-Verletzung). Diese Symptome führen sehr häufig zu der Fehldiagnose „Bandschei- benvorfall“.

Bei Rückenschmerzen müssen auch die Füße untersucht werden

Eine Fixation im Iliosakralgelenk tritt oftmals auf, vorwiegend an der Seite, wo die Verdrehung stattgefunden hat. Das Sakrum wird durch seine psychiologische Lage aber schnell dem nach vorne gekippten Ilium folgen. Dann entsteht eine Blockade an der anderen Seite, da hier eine Gegenrotation von Sakrum und Ilium stattfindet. Die lumbale Wirbelsäule rotiert/kippt mit dem Sakrum (Skoliose mit heterolat. Rotation). Die autochthone Rückenmuskulatur versucht diese Fehlstellung aufzuheben. Es entstehen Rückenschmerzen.

Auch Kopfschmerzen können durch die Fehlstatik der Füße entstehen

Die Kompensation der Wirbelsäule kann sich bis in die Kopfgelenke ausdehnen. Daher erklärt sich auch, dass überall im Körper Beschwerden und Komplikationen auftreten können. Die übliche Therapie besteht in der Regel aus Massage, Elektrotherapie, Laser, eventuell mit Osteopathie, Chiropraktik und Neuraltherapie. Selten wird die Ursache wirklich erforscht, da immer die lokale Überbelastung als die Ursache angenommen wird. Die primäre Ursache aber liegt jedoch in der Fehlstatik des Fußes.

Die Fehlstatik ist meist rechts anders als links

Die hier beschriebene Fehlstellung findet bei anderen Fehlhaltungen in einem ähnlichen Verlauf statt, jedoch mit anderen Muskelverspannungen und Verwringungen. Selten finden wir rechts und links das gleiche Ausmaß der Fehlstellung (schon durch den Unterschied Spielbein/Stand-bein hervorgerufen). Das heißt: Links und rechts finden wir verschiedenartige Verdrehungen mit anderen körperlichen Belastungszonen. Daher ist eine Fehlstatik immer vom Ursprung anzugehen.

Der Unterschied zu den üblichen Einlagen: Die Sohle folgt der Fußbewegung

Die „Podo-Orthesiologische Sohle“ ist mobil. Sie bewegt sich mit dem Fuß und beeinträchtigt die Fußbewegung nicht. Durch die gezielte, individuelle Lagerung der Keile wird der Mensch aktiviert, und er kann mit minimaler Anspannung eine optimale Statik halten. Die übliche orthopädische Einlage ist eine Unterstützung des Fußes (Fußbett), die die Beweglichkeit erheblich beeinträchtigt und die Fußmuskulatur schwächt. Die Fußmuskeln brauchen weniger zu arbeiten, es geht von der Fußmuskulatur fast keine physiologische Information mehr aus. Der Fuß kann nicht mehr physiologisch abrollen. Es entsteht eine weitere Fehlstellung des ganzen Körpers. Der Patient verliert seine Elastizität und Beweglichkeit.

Therapeutische Konsequenz: Einlagen nach dynamischem Fußabdruck

Mit der Podo-Orthesiologie nach Breukhoven haben wir gute Erfolge gehabt. Nach einer klinischen Funktionsuntersuchung des Patienten wird ein dynamischer Fußabdruck erstellt. Der Patient geht über den Podograf und erstellt so einen Blaudruck (abb. 1). Anschließend stellt der Patient sich auf das Podoskop, einen Kasten mit einem Spiegel auf dem Boden, der die statische Fußbelastung wiedergibt. In der weiteren Untersuchung achten wir auf Muskeldysbalancen und Bewegungseinschränkungen. Anschließend werden unter bestimmte Stellen der Füße kleine Korkteile von 1-3mm gelegt (auf Muskelspindeln oder Golgizellen). Diese Korkteile ändern nicht nur die Statik, sondern beeinflussen gezielt Muskelketten. Abhängig davon, wohin man die Korkteile legt, können sie sowohl aktivieren als auch beruhigen. Diese Korkteile werden in eine dünne Ledersohle eingearbeitet, die der Patient dann in jedem Schuh tragen muss. Neben der normalen Podo-Orthesiologischen Sohle kann auch eine Spezialsohle für Sportschuhe erstellt werden. Diese Sportsohle ist aus einem speziellen Material hergestellt, das eine beim Sport notwendige Stoßabsorbtion gewährleistet.

Empfehlung für die Praxis

Untersuchen Sie sehr genau die Fuß-Beinstatik, wenn der Patient Wirbelsäulenbeschwerden hat oder häufig Sportverletzungen davonträgt. Und tun Sie etwas für die Füße. Die Patienten sind Ihnen dankbar.

Die Podo-Orthesiologie hilft dem Patienten, seine eigene optimale Haltung (wieder) zu finden. Spezifische Sensoren werden dabei in der Fußsohlenmuskulatur aktiviert. Es ist jedoch keine Fußreflexzonentherapie, sondern vielmehr eine neurophysiologische, propriozeptive Beeinflussung der Muskeln. Podo-Orthesiologie funktioniert so: In jedem Muskel befinden sich kleine Sensoren. Einige (im Muskelbauch) lassen den Muskel anspannen, andere (in der Sehne) lassen ihn entspannen und verhindern somit u.a. einen Muskelanriss. Wenn diese Sensoren nicht mehr richtig funktionieren, entstehen Fußfehlstellungen wie z.B. Plattfüsse (Knick-Senk-Spreizfüsse).

podo2.gif1. Bei Disharmonie und Fehlstellungen der Wirbelsäule wie z.B.:

  • Bandscheibenproblemen
  • Beckenschiefstand/Beckenverwringung
  • Funktionelle Beinlängendifferenz
  • Bewegungseinschränkungen und Schmerzen
  • Morbus Bechterew (Nervenkrankheit)
  • Morbus Scheuermann (Wachstumsstörung)
  • Skoliosen (seitliche Verbiegung WS)
  • Kyphosen (Krümmung der WS)

2. Bei Beschwerden der unteren Extremität wie z.B.:

  • Knie- und/oder Hüftarthrosen
  • Coxa anteverta, Coxa valga (Hüftgelenk-Fehlstellung)
  • Instabilität der Fußgelenke/Kniegelenke

3. Bei Fußproblemen wie z.B.:

  • Hallux Valgus (Abknicken der Großzehe)
  • Mortonsche Neuralgie (Eingeklemmter Nerv im Vorfuß)
  • Leichte Fußfehlbildung wie Pes Avatus (langer 2.Zeh)
  • Schmerzen im (Vor)Fuß
  • Fersensporn
  • Tarsaltunnelsyndrom (Nervenirritation am Fuß

4. Bei Schulterbeschwerden

  • Von Bewegungseinschränkung bis zu Schmerzen

5. Zur Verbesserung der Kopfrotation

podo_bh_1.jpg1. Nach einer allgemeinen Untersuchung erstellt der Podo-Orthesiologe mithilfe eines Stempelkissens einen Blaudruck von den Füßen des Patienten.podo_bh_6.jpgpodo_bh_2.jpg2. Der Patient stellt sich auf einen Spiegel- kasten (Podoskop). Der Behandler beurteilt die Belastung der Fußsohle.podo_bh_3.jpg3. Der Behandler tastet die Spannung verschiedener Muskeln ab und lässt dazu spezifische Bewegungen durch- führen. Diese zeigen, wie harmonisch das Zusammenspiel von Muskeln und Bewegung ist.podo_bh_4.jpg4. Kleine 1-2 mm dicke Korkplättchen werden nun an speziellen Stellen unter den Fuß geschoben. Sie beeinflussen die Sensoren im Muskel. Der Körper reagiert direkt über Muskelketten von den Füßen bis zum Kopf – innerhalb von Sekunden. Der Patient registriert sofort eine körperliche Veränderung.podo_bh_7.jpgpodo_bh_5.jpg5. Die untergelegten Korkplättchen werden im Blaudruck exakt eingezeichnet und anschließend
in eine dünne Ledersohle eingearbeitet.6. Die maßgefertigte Podosohle soll täglich in jedem Schuh getragen werden (ohne Fußbett!)7. Nach der podo-orthesiologischen Behandlung folgt oftmals noch eine osteopathische- /chiropraktische oder naturheilkundliche Behandlung, um akute Blockaden, Verspannungen, Verklebungen oder Distorsionen zu lösen und lindern zu können.